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Pädagogik im Wandel der Welt

Bedürfnisorientierter Blick auf jedes Kind ist keine leichte Aufgabe in der heutigen Zeit

Schwerin • Unruhen, Kriege, Hungersnöte, die Macht des Internets, politischer wie umweltbezogener Klimawandel oder die Wahlen in den USA haben Auswirkungen auf Deutschland und so auch auf die Kinder in Schwerin. Dasselbe gilt für ein Überangebot an Fernsehsendungen, Einkaufen über Online-Anbieter statt vor Ort und die Macht des Internets im Allgemeinen: Kinder sind vielen Einflüssen ausgesetzt. Kita gGmbH-Geschäftsführerin Anke Preuß (Foto) äußert sich im hauspost-Interview dazu, wie sich das Unternehmen damit auseinandersetzt und wie Pädagogik sich demzufolge neu gestalten muss.

hauspost: Wie gehen Sie mit diesen turbulenten Zeiten um?
Anke Preuß: Die bereits genannten Themen flößen mir Respekt ein, insbesondere
auch der Wandel von Kommunikation miteinander. All das wirkt sich auf unseren ganz normalen Alltag aus. Wir müssen einen sensiblen Umgang damit finden, damit es uns allen auch künftig gut gehen kann.

hauspost: Inwiefern ist die Kita gGmbH von diesen Themen betroffen?
Anke Preuß: Kinder wachsen heute unter ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen auf als noch vor zehn, 20 oder 30 Jahren. Wo sich die Welt verändert, ändert sich die Haltung der Menschen. Kinder nehmen das wahr und orientieren sich daran. Sind wir tolerant, so werden es auch die Kinder sein. Sind wir ablehnend, übertragen wir auch das. Das Vorleben von Verhalten war schon immer prägend, noch dazu haben sich die Bedürfnisse
von Kindern verändert.

hauspost: Was genau meinen Sie damit?
Anke Preuß: Kinder lernen heute anders als in den Generationen vor ihnen. Das liegt an unserer schnelllebigen Zeit und der gigantischen Fülle an Informationen, die auf Kinder ebenso hereinprasseln wie auf uns Erwachsene. Traditionelle Wissensvermittlung in Kindergarten und Schule ist damit überholt. Unsere Aufgabe heute besteht darin, dass wir dem Wissendrang und den Themen der Kinder folgen, dass wir diese aufgreifen und mit ihnen gemeinsam bearbeiten. Sie brauchen eine andere Ansprache und eine Begleitung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Dazu sagen wir „bedürfnisorientierte Pädagogik“ – und das ist eine Wahnsinnsherausforderung für jede pädagogische Fachkraft.

hauspost: Welche Themen beschäftigen Sie noch in Ihrer Rolle als Geschäftsführerin der Kita gGmbH?
Anke Preuß: Der Fachkräftemangel – genauso wie in allen anderen Branchen. Einerseits kämpfen wir für kleinere Gruppen in allen Betreuungsbereichen, um eben individuell auf Kinder eingehen zu können. Gleichzeitig benötigen wir mehr Pädagogische Fachkräfte dafür.
Dazu kommt, dass wir parallel einen Geburtenrückgang erleben, weil zu Beginn der 1990er-Jahre eben weniger Kinder geboren wurden, die nun Eltern sind. Diese rückläufigen Zahlen waren schon lange erwartet, wurden aber durch die Flüchtlingsströme 2016 und 2022 verschoben.
Für mich stellt sich dringend die Frage, wie die Politik mit genau diesen drei Variablen – zu wenig Personal, zu große Gruppen und ein sich abzeichnender Geburtenrückgang – umgehen will.

hauspost: Wie denken Sie denn darüber?
Anke Preuß: Meiner Überzeugung nach ist es eine Chance! Wenn weniger Kinder geboren werden, bräuchten wir nicht ein Mehr an Personal und das wiederum wäre die Gelegenheit, die Gruppengrößen zu reduzieren. Diese Strategie wäre politisch wie finanziell nicht uninteressant.
hauspost: Beißen sich die Themen Geburtenrückgang und kleinere Gruppen nicht mit dem Bau neuer Einrichtungen in Schwerin?
Anke Preuß: Überhaupt nicht! Zum einen sind zukünftige Bauprojekte Ersatzbauten und keine neuen. Zum anderen kommen wieder Generationen mit mehr Kindern und neue Wohngebiete mit entsprechenden Bedarfen. Wir dürfen nicht den Fehler machen, über Einrichtungsschließungen nachzudenken und tatsächlich abbauen. Das wurde mit fatalen Folgen Mitte der 90er so gemacht.

hauspost: 2026 soll der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter kommen. Ist die Kita gGmbH
darauf vorbereitet?
Anke Preuß: Grundsätzlich ja – wir haben sehr gut ausgebildete Pädagogische Fachkräfte im Hort, die diese Aufgabe bewältigen können. Es gibt aber auch Bestrebungen, die Ganztagsbetreuung mehr in die Hände der Schule zu legen. Hier muss die Frage beantwortet werden: Sollen mehr Lerninhalte auf den Tag verteilt werden oder ist es nicht vielleicht viel wichtiger, den Fokus auf ein soziales Miteinander, Freundschaf­ten und auf Raum und Zeit für die Themen von Kindern zu legen?

hauspost: Da kommt ja eine ganze Menge auf Schwerin zu. Was wünschen Sie sich für die kommende Zeit besonders?
Anke Preuß: Ganz klar, einen friedlichen Umgang und eine sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Es gibt jede Menge Für und Wider bei den Entwicklungen, die erörtert werden dürfen. Aber wenn Partizipation nicht nur ein Wort sein soll, das in Gesetzen steht, dann muss es uns allen gelingen, nicht nur die Politik, die pädagogische Praxis, die Eltern und Erwachsenen zu hören, sondern auch den herausfordernden Bedürfnissen von Kindern Gehör zu schenken.

maxpress/jpl

Foto: maxpress

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